DU BIST ALLES

Du bist das Flüstern vor dem Morgen,

die Stille, die noch träumt.

Du bist das Licht auf müden Wangen,

ein heller Streifen, der den Horizont säumt.

Du bist die Frage in den Tiefen,

die niemand je so stellte wie du.

Du bist die Sehnsucht, die sich zeigt

und bei dir bleibt – vor allem in der Ruh´.

Du bist das Weinen deiner Kindheit,

und du bist das Lächeln von morgen.

Du bist der Mut in deiner Schwäche

und du bist Frieden – trotz Sorgen.

Du bist die Rose und der Dorn,

die Flamme und der Rauch.

Du bist der Klang in leeren Räumen

und die Erinnerung an das alles auch.

Du bist der Blick, der alles sieht,

auch wenn die Augen sich schließen.

Du bist der Wind, der weiterzieht,

und du bist das, was durch dich will fließen.

Du bist nicht hier, um dich zu finden.

Du bist hier, um dich zu erinnern.

An das Licht, das in dir wohnt,

an das Sein, das nie aufhört hindurch zu schimmern.

Du bist nicht nur Haut und Namen,

nicht nur Rolle oder Ziel.

Du bist der ganze Sternenhimmel

– in einem einzigen Gefühl.

Du bist alles.

Nicht zu viel – und nie zu wenig.

Du bist das Starke – und das Sanfte,

das sich selbst erkennt: Unendlich.