Inneres Erleben / Transformation / Vertrauen

Die große Botschaft im kleinen Verirren

„Wohin gehe ich jetzt?!“ – Diese Frage auf den Straßen von Đà Nẵng war eine der wichtigen auf meiner Reise. Sie war eine lebendige Meditation.

Ich hatte einen Plan. Auf Google Maps suchte ich mir ein schickes Café heraus, ich blätterte auch schon durch die virtuelle Speisekarte und konnte mich zwischen dem Omelette und der Frühstücks-Bowl nicht ganz entscheiden. Ich verließ hungrig das Hotel und lief los.

Das Leben lächelte und führte mich erstmal „in die falsche Richtung“. Und was fand ich? Die Illusion der Kontrolle: Der Glaube, ich könnte meinen Weg von A nach B mit einer App meistern.

Aber auch eine Fülle der Möglichkeiten: Plötzlich sah ich nicht ein Café, sondern viele. Das Leben öffnete mir einen Strauß an Wahlmöglichkeiten. Ich hielt jedoch stur an meinem bisherigen Plan fest, prüfte gestresst Google Maps, lief weiter und es begann wie aus Eimern zu schütten. Ich lief und lief, sah mich suchend um, nur um zu erkennen – das Café sollte ich heute nicht mehr finden.

Ich blieb stehen und sah mir den Regen an, er wusch mit seinen vielen Tropfen meine Erwartungen, gemütlich in diesem ausgesuchten Café zu sitzen, davon.

Die Rückkehr zum Jetzt: Ich war gezwungen, aus meinem Kopf in meine Sinne zu steigen. Was fühlt sich hier gut an? Wohin zieht es mich? Ich erinnerte mich an ein Café, das mir auf dem Weg aufgefallen war, sie boten leckere Smoothies an. Ich lief zu dem Café und setzte mich nieder, meine Anspannung wich. Ich genoss Milchkaffee und Smoothie und fühlte Freude und Leichtigkeit in mir.

Die Lektion: Das Leben hat immer einen besseren Plan als Google Maps. Meine „Irrfahrt“ war kein Scheitern, sie war eine Einweihung in die Kunst des geführten Wanderns.

Von nun an vertraue ich dem nächsten Schritt, nicht der gesamten Route.

Herzliche Grüße

 

Lavi Lumière

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