Erinnerungsfunken

Ein Tag zwischen Tun und Fühlen – und das stille Erinnern an mich selbst

Heute habe ich meine Weiblichkeit gespürt.

Beim Kochen.

Beim Waschen meines Gesichts.

Beim Auftragen der Maske, mit langsamen Bewegungen, mit Hingabe.

Da war ich bei mir.

Ich war bei mir, als ich am Morgen in mein Tagebuch schrieb.

Da war noch diese Sanftheit da, dieses bewusste Einlassen auf mich.

 

Und dann…

kam der Tag.

 

Und mit ihm das Erledigen, das Tun, das Funktionieren.

Sparkasse, Wohnung entrümpeln, Organisation.

 

Und ich war plötzlich im Außen.

Mitten im Machen.

Wenig im Fühlen.

 

Ich habe zwar versucht, tief zu atmen.

Aber es war, als würde der Tag mich tragen – und nicht ich den Tag.

 

Und trotzdem bin ich heute Abend hier.

Ich nehme wahr.

Ich erkenne mich.

Ich spüre: Etwas fehlte. Das Fühlen fehlte.

Und ohne das Fühlen bin ich nicht ganz bei mir.

 

Ich bin bereit, diesen Tag loszulassen.

Ich bin bereit für einen neuen Tag – einen Tag, der wahrhaftiger wird.

Nicht perfekt.

Aber näher bei mir.

 

Ich weiß jetzt:

Ich darf mitten im Tun – mich erinnern.

Ich darf die Frau in mir spüren, während ich barfuß entrümple und den Boden spüre,

wenn ich atme, während ich organisiere,

wenn ich bewusst in mich gehe – auch im Alltag.

 

Und sie – diese leise, weiche, kraftvolle Frau in mir – sie kommt nicht durch Leistung.

Sondern durch Liebe.

Durch das Erlauben.

Durch das Erinnern.

 

Und morgen…

bin ich vielleicht eine Nuance näher bei ihr.

 

Eine Nuance näher bei mir.

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