Inneres Erleben / Transformation / Vertrauen

Wenn das Alte keinen Sinn mehr macht – und das Neue noch nicht spricht

Ein Brief an mich selbst – und an dich, wenn du gerade im Dazwischen stehst.

 

Es gibt Tage, an denen nichts falsch ist – und dennoch fühlt sich alles fremd an. Tage, an denen nicht der Lebenssinn fehlt, sondern das alte Sinngebäude, das lange wie ein festes Dach über meinem Leben stand, beginnt zu bröckeln.

Das Gebäude, das aus Pflicht bestand.

Aus Erwartungen.

Aus dem Versuch, einfach zu funktionieren.

 

Und wenn dieses Dach aufreißt, wenn seine Balken nicht mehr tragen,

dann ist da plötzlich dieser seltsame Himmel über mir – offen, weit, leer und unbekannt.

 

Es fühlt sich an, als würde ich etwas verlieren.

Aber in Wahrheit beginne ich etwas zu bauen. Etwas Neues. Wahrhaftiges.

Ein Leben, das nicht mehr aus Reaktion besteht, sondern aus freier Entscheidung.

Ein Leben, das nicht mehr durch andere definiert wird, sondern durch mein inneres Licht.

Ich beginne zu spüren, was mir wirklich wichtig ist:

Präsenz.

Wahrhaftigkeit.

Verbindung ohne Rätsel.

Liebe ohne Anpassung.

 

Ich frage nicht länger: Was wird von mir erwartet?

Sondern: Was entspricht meiner inneren Wahrheit?

 

Und plötzlich ist da Wehmut –

aber auch eine zarte Freude.

 

Weil ich nicht mehr gegen mich lebe.

Weil ich für mich wähle.

 

Ich lasse das Alte ehrenvoll los. Nicht im Streit – sondern in Liebe.

Ich danke den Wegen, die mich bis hierher getragen haben.

Und ich verbeuge mich vor der, die ich war – weil sie mich bis zur Schwelle geführt hat,

an der ich heute stehe.

 

Es ist nicht der Lebenssinn, der fehlt.

Es ist das neue Leben, das gerade geboren wird.

Leise. Langsam.

Aber in Wahrheit.

 

Und ich bin bereit.

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