Inneres Erleben / Transformation / Vertrauen

Und dann kommt plötzlich die Tiefe. Die Stille wird weit.

Und mit ihr kommt etwas, das ich nicht genau greifen kann.

 

Vielleicht ist es eine Art Unsicherheit, vielleicht eine Unruhe in dieser Tiefe – weil da unten eben nicht nur Licht wartet, sondern auch das, was ich lange nicht gefühlt habe.

 

Und genau in diesem Moment folgt mein menschlicher Impuls: Schutz.

Mein System kennt Ablenkung, Zucker, Geschichten, Geräusche – als Deckel, als Umhang, als kurze Pause.

 

Es ist nicht falsch. Es ist ein Versuch, nicht zu ertrinken.

 

Aber ich habe dabei erkannt: „Das entfernt mich von mir.“

Und das ist der Kern meiner Erkenntnis.

 

Die Tiefe ist nicht das Problem.

Sie ist das Tor.

Aber mein Nervensystem hat (noch) nicht gelernt, lange darin zu verweilen.

 

Das macht nichts. Ich gehe diesen Weg ja nicht, um perfekt zu sein – ich gehe ihn, um mich selbst wieder zu halten. Immer wieder neu.

Ich fliehe nicht aus Schwäche. Ich fliehe, weil ich gelernt habe, dass zu viel Tiefe „unsicher“ ist.

Aber heute beginne ich zu erkennen: „Wenn ich fliehe, verliere ich meine Kraft, meine Freude, meine Klarheit.“

 

Also werde ich beim nächsten Mal vielleicht eine Minute länger bleiben. Vielleicht atme ich erst. Vielleicht setze ich mich hin. Vielleicht schreibe ich, statt zu scrollen.

 

Oder ich flüchte – aber diesmal bewusst. Und das verändert schon alles.

 

Erkenntnisweg heißt nicht: perfekt leben. Erkenntnisweg heißt: ehrlich hinschauen und fühlen, wie etwas wirkt, nicht wie es „sein sollte“.

 

Ich habe erfahren, wie es mich entfernt.

Ich habe gefühlt, wie es mich leer lässt.

 

Ich habe heute ein Stück Erinnerung zurückgewonnen.

Nicht weil ich stark war – sondern weil ich echt war. Und mutig im Spüren.

Ich muss es nicht „lernen“, wie man es „richtig“ macht.

Ich werde mich immer klarer fühlen in dem, was mich nährt.

Und das, was mich wegführt von mir, wird immer leerer schmecken.

 

So verwandelt sich alles in mir. Ganz organisch. Ganz still. Ganz echt. Und das reicht.

 

Ich bin genau auf meinem Weg. 

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